Projekte

AUSSTELLUNGEN, TAGUNGSBEITRÄGE, VORTRÄGE & LEHRE

AUSSTELLUNGEN

Bild: Medienzentrum Hanau

Dr. Eugen Gebeschus (1855-1936) - Leben und Wirken in Hanau

Tafelausstellung im Stadtladen/Rathaus Hanau, 15.09.2016 bis 29.01.2017

Kurator der Ausstellung

 

Gebeschus wirkte seit 1893 als Oberbürgermeister der Brüder-Grimm-Stadt. 1916, vor 100 Jahren, trat er nach 23 Jahren aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Anlässlich dieses Jahrestages wirft die Tafelausstellung einen Blick auf sein Leben und Wirken, auf die Stadt im Kaiserreich und das bürgerliche Selbstverständnis im 19. Jahrhundert. In Gebeschus‘ Amtszeit fallen beispielsweise die Eingemeindung Kesselstadts nach Hanau, der Bau der Lamboy-Kasernen, die Anfänge der Hanauer Straßenbahn, der Ausbau der Gas-, Wasser- und Stromversorgung sowie die Planungen für den Mainhafen.

 

Hanaus Einwohnerzahl verdreifachte sich im 19. Jahrhundert von 12.000 (1812) auf 32.000 Einwohner (1905). Das fortschreitende Bevölkerungswachstum führte zu einer kontinuierlichen Ausweitung der Fürsorge- und Verwaltungsaufgaben der Städte, die dieser Entwicklung mit einem breiten Programm an Baumaßnahmen

begegneten. Die Professionalisierung der Verwaltung mit ausgebildeten Juristen wie Gebeschus an der Spitze, das bürgerliche Selbstverständnis zum Wohle der Gemeinschaft einzusetzen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich Hygiene und Städtebau ergänzten sich zu einem Reformpaket, die den Städten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine neue Struktur gaben. Gebeschus hat daran erheblichen Anteil für die Stadtentwicklung Hanaus.

Die Ausstellung basiert auf Forschungen des dritten Hanauer Stadthistorikers Dr. Markus Häfner. Sie wird vom Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen und dem Hanauer Geschichtsverein präsentiert und läuft bis 29. Januar 2017.

Impressionen der Ausstellung (Bilder: Markus Häfner)

Die Selektion von Entebbe? [in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank]

Bildungsstätte Anne Frank, 21.09.2016 bis 21.12.2016

Projektleiter des studentischen Ausstellungsprojektes

 

Die Ausstellung erzählt ausgehend von den Aussagen der Zeitzeug*innen der "Selektion" von Entebbe im Jahr 1976 die Entstehung und Entwicklung der antisemitischen Deutungsweise der Gefangenenaufteilung. Sie stellt die Opfer und ihre Erinnerungen in den Mittelpunkt, wobei viele Fragen zum Ereignis selbst im Unklaren bleiben. Letztlich geben nur die sich zum Teil stark unterscheidenden Aussagen der Geiseln selbst ein authentisches Bild der Aufteilung, doch wurden diese Widersprüche ohnehin von den einen wie den anderen für die eigene Perspektive instrumentalisiert.

 

Die Ausstellung wurde von Studierenden am Historischen Seminar der Goethe-Universität unter Leitung von Dr. Torben Giese und Dr. Markus Häfner kuratiert. Im Zuge der Third Mission und des Service Learning als zentrale Aspekte des Selbstverständnisses der Goethe-Universität haben die beiden Lehrenden in zwei Lehrveranstaltungen mit den Studierenden das Konzept für die studentische Ausstellung „Die Selektion von Entebbe?“ entwickelt und die Studierenden praxisnah angeleitet, wie ein solches Projekt mit außeruniversitären Partnern umgesetzt wird.

Plakat: Institut für Gebrauchsgrafik

36 Stifter für eine Idee

Goethe-Universität Frankfurt am Main, 10.04.2014-26.10.2014

Studentischer Kurator der Ausstellung

 

Die Ausstellung stellt die Rolle der jüdischen Stifter für die Gründung der ersten freien, liberalen, to­leranten und vom Staat unabhängigen Universität Frankfurt am Main in den inhaltlichen Mittelpunkt. Grund­legend ist die These, dass einerseits die jüdischen Stifter in ihrer Weltoffenheit, Zukunftsorientierung und Toleranz die Gründung mit der Universität deshalb mit ih­rem Kapital ermöglichen, weil die Hochschule besonders tolerant, liberal, frei und unabhängig werden soll­te und wurde. Und umgekehrt anderseits, dass die Hochschule deshalb besonders frei, tolerant, frei und unabhängig wurde, da sich so viele jüdische Stifter für die Gründung engagierten.

 

Aus dieser Verknüpfung heraus entstand die Frankfurter Universität, die die erste liberale, tolerante, freie und vom Staat un­abhängige Universität im Deutschen Reich war. Inhaltlich konzentriert sich die Ausstellung auf die Jahre 1909 bis 1914, da in diesem Zeitraum durch die Existenz einer ersten entsprechenden Universitätssatzung ganz bewusst für eine tolerante, liberale und freie Hochschule gestiftet werden konnte.

 

Insgesamt werden 36 jüdische Stifter als Mitglieder des Frankfurter Wirtschaftsbürger­tums und als Stifter der Universität kurz biographisch vorgestellt - zum einen aus wissenschaftlicher Perspektive und zum zweiten persönlich von den in der Ausstellung medial präsenten studentischen Kurato­ren.

Wiesbaden loves JFK - Die Erinnerungen an den Kennedy-Besuch 1963

Stadtmuseum Wiesbaden 2013

Entwickler einer geolocation-basierten APP zur Route des Kennedybesuches in Wiesbaden

 

Die APP verknüpft den historischen Raum des Kennedybesuchs in Wiesbaden entlang der Route Wilhelmstraße - Friedrich-Ebert-Allee - Kurhaus mit der Ausstellung „Wiesbaden liebt JFK – Der Kennedy-Besuch 1963. Die Erinnerungen“ im Schaufenster Stadtmuseum.

 

Dabei reagiert die App auf den Standpunkt des Nutzers und liefert dem Nutzer Info-, Bild- und Filmmaterial zum Kennedy-Besuch in Verbindung mit interaktiven Quizelementen.

Foto: Stadtmuseum Wiesbaden

Hanau - Wiederaufbau unserer zerstörten Stadt (Bürgerfestausstellung)

Überarbeitung und Ergänzung 2012 und 2013

950 Jahre Kesselstadt - Vom Kastell zum Stadtteil

Kurator in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Hanau 2008/2009

 

Die Ausstellung skizzierte in den Sonderausstellungsräumen von Schloss Philippsruhe in sieben Räumen die Geschichte des Hanauer Stadtteils von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Zu sehen waren Exponate aus Grabungen des Hanauer Geschichtsvereins und 40 Leihgaben.

Impressionen der Ausstellung (Bilder: Markus Häfner)

TAGUNGSBEITRÄGE

 

2018

  • 8.3.2018 – Wiederaufbau der Altstadt nach 1945 – Bewahrung oder Beseitigung des historischen Kerns? (Vortrag bei Symposium im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt)

 

2015

  • 6.7.2015 – Tag der Lehre, Frankfurt: IG Farben-Haus 3D | ReBiB | Lehrforschungsprojekt USE (3 Posterpräsentationen)

 

2014

  • 7.7.2015 – Studienkongress UNIversal, Frankfurt: Begrüßung der Tagungsteilnehmer, Sessionleiter
  • 13./14.03.2014 – GML² 2014, FU Berlin: IG Farben-Haus 3D: Das Studium spielerisch erkunden (Vortrag)

 

2013

  • 2.-5.9.2013 – GMW 2013, Frankfurt: Poelzig-Bau 3D (Vortrag)
  • 9.4.2013 – Lernbar-Anwendertreff, Frankfurt: ReBiB - Online-Selbstlernmodule zu wissenschaftlichen Arbeitstechniken (Vortrag)

 

2012

  • 5.12.2012 – eLearning-Netzwerk-Tag, Frankfurt: Studentische Beiträge zur Universitätsgeschichte (StuBuG): Einsatz eines Semantic Wiki (Vortrag)

VORTRÄGE

 

2018

  • Ein nobles Wohn- und Geschäftsviertel: Das Bahnhofsviertel von der Entstehung bis 1945

 

2016

  • Eugen Gebeschus - Versuch einer Charakteristik
  • Hanau im 20. Jahrhundert

 

2015

  • »Jede Stadt braucht ihr Gesicht« - Der Wiederaufbau Hanaus nach 1945

 

2014

  • Hanaus städtische Entwicklung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert

 

2009

  • „Viele hatten nur das nackte Leben gerettet“. Hanau zwischen Zerstörung, Enttrümmerung und Hoffnung 1945-1949
  • „Neues Leben wächst hier aus Ruinen“. Der Wiederaufbau in Hanau 1949-1958
  • Eingemeindung, NS-Zeit, Nachkriegszeit, Weststadt. Kesselstadt im 20. Jahrhundert

 

LEHRVERANSTALTUNGEN & LEHRKONZEPTE (bis 2016)

 

»Groß wurde Frankfurt durch die Kraft der Bürger«: 200 Jahre Polytechnische Gesellschaft

 

Sommersemester 2016: Blockübung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main) im Kleinwalsertal zur Erarbeitung einer Broschüre in Form eines Stadtrundgangs anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Polytechnischen Gesellschaft

 

Das Projekt nimmt das 200-jährige Jubiläum der Polytechnischen Gesellschaft am 24. November 2016 zum Anlass, Studierende einen Stadtrundgang auf den Spuren der Polytechnischen Gesellschaft entwickeln und gestalten zu lassen. Die Teilnehmer*innen werden sich intensiv und praxisnah mit dem Prozess der Popularisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Form einer Broschüre als Stadtrundgang auseinandersetzen und diese gestalten lernen.

 

In der Polytechnischen Gesellschaft fanden sich 1816 Kaufleute, Wissenschaftler und Handwerker zusammen, um das Wohl der eigenen Stadt in Wissenschaft und Kunst zu fördern, ebenso wie dem Gemeinwohl zu dienen. Seit ihren Gründungstagen förderte die Polytechnische Gesellschaft fortschrittliche Erfindungen – z.B. Gaslaternen (1819) – oder verband gesellschaftliches Engagement mit Wissenschaft, wie u.a. in der Stiftung Blindenanstalt (1837). Auch Handwerk und Mittelstand erfuhren durch die Polytechnische Gesellschaft in Form einer Sonntagsschule für Handwerker (seit 1817), die Gründung der Frankfurter Sparkasse (1822) oder des Gewerbevereins (1835) eine enorme Unterstützung. Ebenso stand die Förderung von Kunst, Kultur und Volksbildung durch Kunstausstellungen, die Abendgewerbeschule (1828 als Vorläufer der heutigen Volkshochschule) oder sozialer Projekte wie die Einrichtung einer Suppenküche (1830) im Vordergrund.

 

Bis heute fördern die Polytechnische Gesellschaft und ihre Stiftung Projekte in Kunst, Wissenschaft, Technik, Kultur und bürgerschaftliches Engagement und stehen damit sinnbildlich für das gesellschaftliche Engagement der Frankfurter Bürgerschaft. Zugleich dient ihre Geschichte als Spiegelbild des Selbstverständnisses des Frankfurter Bürgertums, die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und infrastrukturell-technische Entwicklung Frankfurts zu fördern. Ohne diese Initiativen wären der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt im 19. Jahrhundert und die bis heute wirkenden Bildungseinrichtungen nicht realisiert worden.

 

 

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Einführung in das Studium der neueren Geschichte: Die Nürnberger Prozesse

 

Sommersemester 2016: Proseminar (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Das Proseminar dient im Rahmen des Grundstudiums zur Aneignung grundlegender Fähigkeiten für das Studium der Geschichte. Die Einführung erfolgt am Beispiel der Nürnberger Prozesse. Verbunden mit dem Proseminar ist eine Exkursion zum Memorium Nürnberger Prozesse und dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

 

 

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Die Selektion von Entebbe? - Ein studentisches Ausstellungsprojekt

 

Sommersemester 2016: Projektgruppe (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Universitären Lehrveranstaltungen wird bisweilen fehlende Praxisnähe für das spätere Berufsfeld und geringe gesellschaftliche Relevanz vorgeworfen. Im Zuge der Third Mission und des Service Learning als zentrale Aspekte des Selbstverständnisses der Goethe-Universität haben die beiden Lehrenden Dr. Torben Giese und Dr. Markus Häfner in zwei Lehrveranstaltungen mit Studierenden das Konzept für die studentische Ausstellung „Die Selektion von Entebbe?“ entwickelt und die Studierenden praxisnah angeleitet, wie in solches Projekt mit außeruniversitären Partnern umgesetzt wird.

 

Das studentische Ausstellungsprojekt, das vom Verein der Freunde und Förderer der Goethe-Universität und der Frankfurter Partnerschaft für Demokratie unterstützt wird, rückt die Erinnerungen der Geiseln und den Diskurs über die in der deutschen Öffentlichkeit vergessenen Ereignisse in Entebbe in den Mittelpunkt. „Wir wollen ausgehend von der Erinnerungen der Opfer einen Dialog über die Ereignisse von Entebbe anregen, in dem auch der Frage nach dem Antisemitismus in der Gegenwart nachgegangen wird“ fassen die studentischen Kurator*innen ihr Anliegen zusammen.

 

Die Ausstellung wird vom 21. September bis zum 21. Dezember 2016 in der Bildungsstätte Anne Frank, Frankurt am Main zu sehen sein. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung.

 

 

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Die Selektion von Entebbe und die Antizionismus-/Antisemitismus-Debatten in der Neuen Linken

 

Wintersemester 2015/16: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Wenige Ereignisse der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sind heute weiterhin so präsent wie die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ im Herbst 1977 und die Befreiung der Passagiere durch eine Einheit der GSG 9 in Mogadischu. Aus dem öffentlichen Gedächtnis hingegen nahezu vollkommen verschwunden ist die Flugzeugentführung einer Air France-Maschine am 27. Juni 1976 unter der Beteiligung der beiden deutschen Terroristen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann (Mitglieder der Revolutionären Zellen), die am 4. Juli 1976 in einer Geiselbefreiung durch israelische Spezialeinheiten im ugandischen Entebbe ihr blutiges Ende fand. In Entebbe nahmen die palästinensisch-deutschen Entführer eine Selektion von jüdischen und nicht-jüdischen Passagieren vor.

 

Dieses historische Ereignis stellt den Ausgangspunkt für ein für 2016 geplante studentisches Ausstellungsprojekt dar, das die Ereignisse in Entebbe, die damit verbundenen antizionistischen und antisemitischen Tendenzen innerhalb der Deutschen Linken, die Debatten innerhalb der Deutschen Linken über die vorgenommene Selektion sowie die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in der Bundesrepublik und in Israel an das Ereignis in den Fokus nimmt.

 

Die Übung fußt dabei auf dem Ausstellungskonzept, das Studierende im Sommersemester 2015 entwickelt haben. Im Wintersemester erfolgt die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Ausstellung wie Ausstellungstexte verfassen, ein Rahmenprogramm für die Ausstellung gestalten, Werbemaßnahmen schalten und Pressetexte schreiben sowie in Zusammenarbeit mit Designer*innen und Innenarchitekt*innen ein Ausstellungsdesign zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Übung liegt dabei auf dem Verfassen der Texte. Hierzu sind eigene Forschungen und Archivbesuche während des Semesters notwendig, die über ein ePortfolio dokumentiert werden.

 

 

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Zielscheiben des Terrors: Die Opfer linksterroristischer Gewalt in der Bundesrepublik

 

Sommersemester 2015: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Blockübung vom 19. bis 23. Juni 2015 im Gästehaus der Goethe-Universität im Kleinwalsertal (zusammen mit Dr. Torben Giese)

 

Alfred Herrhausen. Jürgen Ponto. Hanns Martin Schleyer. Siegfried Buback. Heinz-Herbert Karry. Detlev Rohwedder. Paul A. Bloomquist. Ernst Zimmermann. Karl Heinz Beckurts. Edward Pimental. Michael Newrzella. Norbert Schmid ... Dies sind nur die bekanntesten Namen der Opfer linksterroristischer Gewalt in der Bundesrepublik. Allesamt erschossen oder ermordet zwischen 1971 und 1993. Sie stehen als Opfer bei der Betrachtung des Linksterrorismus immer am Rande. Vielmehr stehen die Täter und deren Aktionen im Vordergrund.

 

Die Schieflage der Forschung soll zum Anlass genommen werden, sich intensiver mit dem Leben und Wirken der Opfer zu befassen. Die Gruppe der Opfer umfasst dabei bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, deren Leben und Wirken in Biographien betrachtet und gewürdigt wurde, (z.B. Herrhausen oder Schleyer) wie auch „normale“ Bürger, die nie in das Licht der Öffentlichkeit gerückt sind und die der Nachwelt bis heute nahezu unbekannt sind.

 

Im Rahmen zweier praxistheoretischer Übungen im Sommersemester 2015 und im Wintersemester 2015/16 werden gemeinsam mit den Studierenden Ansatz, Konzept und Inhalt für eine Wanderausstellung erarbeitet und verwirklicht. Die beiden Übungen können unabhängig voneinander besucht werden.

 

Abschnitt 1 im Sommersemester 2015 gliedert sich in

  • eine Informationsveranstaltung am 11. Februar 2015 in IGF 3.501 (18 Uhr c.t.),
  • eine Vorbereitungssitzung am 5. Mai 2015 in IGF 3.501 (20 Uhr s.t.) und
  • Blocksitzungen vom 19. bis 23. Juni 2015 im Gästehaus der Goethe-Universität im Kleinwalsertal.

 

Im Kleinwalsertal stellen die Studierenden in mehreren Sitzungen ihre Ergebnisse und ihr Konzept dem Plenum vor. Gemeinsam wird aus den Individualvorschlägen eine Gesamtkonzeption zur Vermittlung in Form einer Wanderausstellung und/oder alternativen und ggf. ergänzenden Formaten wie Webseite, Radiobeitrag, Broschüre, Vortragsreihe, Infotafeln im öffentlichen Raum o.ä. erarbeitet und zugleich mit den ersten Schritten der Umsetzung (Verteilung der Aufgaben, Verfassen von Presseinfos und ersten einführenden Texten u.ä.) begonnen.

 

 

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Tod aus der Luft – Kriegsalltag, Bombenkrieg und Kriegserinnerung in den hessischen Städten

 

Sommersemester 2015: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg war die deutsche Bevölkerung an der „Heimatfront“ im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf zahlreiche deutsche Städte vom Kriegsgeschehen direkt betroffen. Nicht nur verwandelte der Bombenkrieg nahezu alle deutschen Großstädte in Trümmerwüsten, sondern prägte zugleich das Zusammenleben während des Krieges durch Luftsirenen, Ausharren in Luftschutzbunkern, Verdunklungsanordnungen, Evakuierungen oder Einberufungen zur Flakabwehr enorm.

 

Im Rahmen der Übung werden wir analysieren, inwieweit der Luftkrieg die deutsche Gesellschaft veränderte und welchen Einfluss er auf die Erinnerung nach Kriegsende spielt. Die Erinnerung einzelner Personen an die Bombennächte und die Erinnerungskultur der einzelnen Städte in Bezug auf die Ereignisse stehen hierbei im Vordergrund. Als Untersuchungsgegenstände dienen hierfür v.a. die hessischen Städte Frankfurt, Hanau, Darmstadt und Wiesbaden.

 

Nach einem allgemeinen Blick auf die Kriegsgesellschaft werden wir aus wissenschaftlicher Sicht das 16-bändige Werk von Gustav Lerch über Frankfurt im Luftkrieg analysieren und bewerten. In einem zweiten, praxisnahen Schritt sind Interviews mit Zeitzeugen in den jeweiligen Städten und die Dokumentation der Interviews in Form einer Publikation oder einer Veranstaltung geplant. Daneben wird die historische Einordnung des Interviews Bestandteil der Übung sein. Ebenso werden wir in einer Exkursion im Frankfurter Stadtbereich Spuren des Zweiten Weltkriegs besuchen, die noch heute sichtbar sind.

 

Voraussetzung für einen Leistungsnachweis sind eine aktive Teilnahme in den Sitzungen (inkl. Lektüre zur Vorbereitung), ein Interview zu führen und an der Veranstaltung oder Publikation mitzuwirken. Die Modulprüfung umfasst zusätzlich die Ausarbeitung eines Veranstaltungs- oder Publikationskonzeptes sowie die historische Einordnung der einzelnen Interviews in die jeweilige Stadtgeschichte und die Forschungen zum Luftkrieg und zur Erinnerungskultur.

 

 

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Frankfurt, die RAF und der linke Terrorismus in der BRD

 

Wintersemester 2014/15: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Wenige Gruppierungen beeinflussten die Bundesrepublik derart wie die Rote Armee Fraktion (RAF). Die Morde, Bombenanschläge und Überfälle der RAF in den knapp drei Jahrzehnten ihrer Existenz veränderten das politische System der Bundesrepublik und das gesellschaftliche Zusammenleben: Der Bundestag verabschiedete als Reaktion auf die Anschläge der RAF zahlreiche Anti-Terror-Gesetze, die Ermittlungsakten gegen die RAF umfassen mehr als elf Millionen Blatt Papier und als einzige Straftäter erhielten die Köpfe der ersten Generation der RAF mit Stuttgart-Stammheim einen eigens für sie errichteten Gerichtssaal.

 

Dabei spielt in der Geschichte der RAF neben Berlin, Hamburg und Stuttgart-Stammheim immer wieder Frankfurt als viertes Zentrum eine zentrale Rolle: Hier verübten Andreas Baader und Gudrun Ensslin 1968 noch vor der Gründung der RAF zwei Brandanschläge auf Kaufhäuser und wurden im selben Jahr vom Landgericht Frankfurt zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Gründung der RAF 1970 kehrten die Terroristen immer wieder nach Frankfurt zurück, mieteten in der Mainmetropole Wohnungen oder kamen bei Sympathisanten oder Bekannten unter. Dazu wurden mit Jürgen Ponto in Oberursel 1977 und Alfred Herrhausen in Bad Homburg 1989 zwei Chefs der in Frankfurt ansässigen Kreditinstitute an ihren Wohnorten im Rhein-Main-Gebiet ermordet.

 

In der Übung werden wir die Mainmetropole als Untersuchungsgegenstand verwenden, um den Strukturen der RAF, ihren Zielen, ihrer Logistik sowie der Unterstützer- und Sympathisantenszene nachzugehen. Neben der RAF bestanden in der Bundesrepublik mit der Bewegung 2. Juni, den Tupamaros West-Berlin und den Revolutionären Zellen/der Roten Zora weitere linksterroristische Gruppen, die in der Übung als Vergleichsobjekte herangezogen und unter zwei Kernfragen betrachtet werden: Auf welche Aktionsräume beschränkten sich die Gruppen? Welche Ziele verfolgten die Gruppen und wie unterschieden sich die Gruppierungen in Aufbau und Agitation von der RAF?

 

Hierfür werden wir die Ereignisse und Entwicklungen durch den intensiven Zugriff auf die Selbstzeugnisse der Gruppierungen (Kampfschriften, Kommandoerklärungen etc.) und sonstiges Quellenmaterial wie Gesetzestexte, Presseerklärungen oder Zeitungsartikel analysieren. Darüber hinaus wird untersucht, wie die lokale Presse die Aktionen und Kommandoerklärungen der linksterroristischen Gruppierungen aufnahm und darüber berichtete. Hierfür werden wir in der Übung auf die Online-Archive der Frankfurter Zeitungen zurückgreifen.

 

 

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Das IG Farben-Hochhaus als Ort deutscher Geschichte

 

Sommersemester 2014: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main)

 

Wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sind mit dem IG Farben-Hochhaus, in dem heute die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität angesiedelt sind, verknüpft:

  • Die Fusion der Industrieunternehmen Agfa, BASF, Bayer, Hoechst, Cassella u.a. zum seinerzeit größten Chemiekonzern der Welt 1925 und der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes im Frankfurter Westend 1928-1930 während der Weimarer Republik,
  • die Arisierung der IG Farben (bspw. durch den Ausschluss seiner jüdischen Aufsichtsräte wie Dr. Arthur von Weinberg), die Ersatzstoffproduktion, die Ausbeutung von Zwangsarbeitern und die Produktion von Zyklon B während des Nationalsozialismus,
  • die Proclamation No. 2 durch Eisenhower 1945 und die Übergabe der Frankfurter Dokumente 1948 in der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie die Nutzung des Gebäudes als US-Hauptquartier in Europa,
  • die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach der Gründung der BRD und die Anschläge auf das IG Farben-Hochhaus durch die RAF 1972 und 1976 sowie
  • der Umbau des IG-Hochhauses für die Frankfurter Universität nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Amerikaner.

 

Ziel der Übung ist es kurze Texte zu verfassen. Damit sollen – ähnlich eines Ausstellungsrundgangs – die Historie des Gebäudes und die im Gebäude wirkenden Akteure und deren Entscheidungen beleuchtet werden.

 

Die Texte werden als Teil des GU100-Jubiläumsprojektes USE: Universität Studieren / Studieren Erforschen online unter http://use.uni-frankfurt.de veröffentlicht. In einem zweiten Schritt fließen die Texte in das 3D-Informationssystem IG Farben-Haus 3D ein.

 

Ebenso erhalten Sie Gelegenheit, auf dem Studienkongress UNIversal Ihre Forschungsergebnisse vorzustellen.

 

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Der Erste Weltkrieg im Rhein-Main-Gebiet

 

Sommersemester 2014: Übung (Historisches Seminar, Goethe-Universität Frankfurt am Main) Blockseminar vom 19. bis 22. September 2014 in Zusammenarbeit mit Dr. Torben Giese

 

Inhalt / Thema

 

Die studentischen Teilnehmer arbeiteten an aktuellen Perspektiven auf das Gedenkjahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges und konzipierten ein gemeinsames Projekt (Vortragsreihe, Ausstellung o.ä.). Die Form als Blockseminar und der Ort im Kleinwalsertal ermöglichte und simulierte eine kreative, offene und intensive Arbeitsatmosphäre, wie sie in vielen Kultur- und Erinnerungsprojekt vorherrscht.

 

Ausgehend von einer wissenschaftlichen Analyse der Erinnerungskultur rund um den Ersten Weltkrieg im Rhein-Main-Gebiet entwickelten die studentischen Teilnehmer*innen neue Formen des Erinnerns und ein eigenes Projekt zum Ersten Weltkrieg an seinem Heimat- oder Wohnort im Rhein-Main-Gebiet anlässlich des Gedenkjahres „100 Jahre Erster Weltkrieg“, ausgehend von der vorbereitenden Sitzung am 11. Juli 2014 im Stadtmuseum Wiesbaden. Die entwickelten Skizzen wurden im Kleinwalsertal der Gruppe vorgestellt, diskutiert und weiterzuentwickelt. Aus den verschiedenen Skizzen wurde im zweiten Schritt ein Konzept ausgewählt und in Gruppenarbeit ausgearbeitet. Nach dem Blockseminar wird das Vorhaben verwirklicht.

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